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Weltreise

Kündigen oder Sabbatical 2026? Modelle, Rechtslage & unsere Wahl

Aktualisiert im Oktober 2026: Sabbatical-Modelle, Arbeitslosengeld nach Eigenkündigung und Versicherungsfragen für Deutschland und Österreich neu recherchiert. Wir haben beide im Sommer 2018 für unsere Weltreise gekündigt – unsere Erlebnisse haben wir so gelassen, alle Fakten drumherum sind auf dem aktuellen Stand.

Schwierige Frage oder nicht? Sollen wir nun unsere Jobs aufgeben und kündigen oder nach einem Sabbatical fragen? Im ersten Moment auch für uns nicht so leicht. Wie und warum wir uns entschieden haben, gibt´s in diesem Beitrag 🙂 

Neben unserer eigenen Geschichte findest du hier die wichtigsten Sabbatical-Modelle, was bei einer Kündigung mit dem Arbeitslosengeld passiert und was du in Deutschland und Österreich zu Versicherung und Wohnsitz klären solltest.

Kündigen oder Sabbatical – das Wichtigste in Kürze:

  • Sabbatical: Auszeit mit Rückkehrgarantie, aber nur mit Zustimmung des Arbeitgebers – einen gesetzlichen Anspruch gibt es in Deutschland und Österreich in der Regel nicht.
  • Unbezahlter Urlaub: Die Sozialversicherung läuft in beiden Ländern nur rund einen Monat weiter, danach musst du dich selbst versichern.
  • Kündigung in Deutschland: In der Regel 12 Wochen Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, die Anspruchsdauer sinkt um mindestens ein Viertel.
  • Kündigung in Österreich: 4 Wochen kein Arbeitslosengeld, die Bezugsdauer bleibt aber gleich.
  • Bildungskarenz (AT): gibt es nicht mehr, die neue Weiterbildungszeit ist für eine Reise nicht gedacht.
  • Unser Weg: Wir haben beide gekündigt – für die volle Freiheit ohne Rückkehrdatum.

Kündigung oder Sabbatical? Die Vor- und Nachteile

Nachdem wir die Entscheidung zur Weltreise getroffen hatten, mussten wir uns gleich der nächsten Frage stellen: Kündigen oder um einen unbezahlten Urlaub / Sabbatical bitten? Für einen kurzen Augenblick eine echt schwierige Fragestellung. Nachdem wir aber schnell die Vor- und Nachteile abgewogen hatten, war es dann doch ganz leicht 🙂 

Die Vorteile eines Sabbaticals sind meist gleichzeitig die Nachteile einer Kündigung  und umgekehrt. Aus diesem Grund folgend die Vorteile beider Entscheidungen!

Vorteile Kündigung

  • Wirkliche Freiheit
  • Kein fixes Ablaufdatum
  • Wenn Job sowieso nicht gefällt, ein super Kündigungsgrund

Vorteile Sabbatical

  • Sicheres Einkommen nach der Reise
  • Evtl. Einkommen während der Reise
  • Keine Jobsuche
  • Wohnung kann evtl. behalten werden

Beide Wege haben berechtigte und starke Vorteile. 

Entscheidend ist die Zufriedenheit im Job und die war für uns Beide nicht so hoch, dass wir hätten auf die „wirkliche Freiheit“ einer Weltreise verzichten wollen. Wir haben nämlich noch keinen genauen Plan, wie lange die Reise wirklich geht 😉

Was in solchen Pro-und-Contra-Listen oft fehlt, sind die Nachteile, die erst auf den zweiten Blick auffallen:

Nachteile Kündigung

  • Jobsuche nach der Rückkehr
  • Sperrzeit beim Arbeitslosengeld
  • Keine Sozialversicherung über den Arbeitgeber
  • Wohnung oft nicht zu halten

Nachteile Sabbatical

  • Arbeitgeber muss zustimmen
  • Fixes Rückkehrdatum
  • Beim Ansparmodell vorher weniger Gehalt
  • Ohne Gehalt eigene Versicherung nötig
Infografik Kündigen oder Sabbatical: Zufrieden im Job, Arbeitgeber stimmt zu, fixes Rückkehrdatum ok und sicheres Einkommen danach sprechen für ein Sabbatical, volle Freiheit ohne Ablaufdatum für die Kündigung
So findet ihr heraus, welcher Weg zu euch passt

Und dann war es so weit: Die Kündigung (Max)

Die endgültige Entscheidung für die Weltreise haben wir im Juli 18 gefällt. Jetzt standen die nächsten Schritte an. Einer davon – die Kündigung!

8 Tagevorher
Plan stehtFrisch zurück aus Sardinien, der Chef ahnt noch nichts. Es soll der Dienstag werden.
4 Tagevorher
Letzter Bürotag davor„Was soll ich ihm sagen?“ Am Wochenende bereiten wir den Blog vor.
1 Tagvorher
Worte zurechtgelegtHandwerker im Haus, ich stehe Wache.
Tag XMittwoch
GekündigtUm 12:30 Uhr ist es endlich so weit.

~~~ 8 Tage vor der Kündigung ~~~

Ok, jetzt wurde es langsam ernst. Frisch zurück aus Sardinien und den ersten Tag wieder im Büro. Draußen hat es 35 Grad bei strahlendem Sonnenschein und ich tue das, was ich die letzten Jahre schon gemacht habe – vor dem Computer sitzen… 

Hat auch Vorteile. Sofort wurde mir wieder klar, warum ich diese Weltreise mache! Mein Chef hat zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung von meinen Plänen. Aber so kurz nach dem Urlaub wollte ich das Geheimnis noch nicht lüften. 

Der Donnerstag schien ein guter Tag. Dann die Nachricht: Mein Chef ist ab Dienstagnachmittag nicht mehr im Büro und kommt erst am Montag zurück. Donnerstag gestrichen und es sollte der darauffolgende Dienstag werden.

Plan steht!

~~~ 4 Tage vor der Kündigung ~~~

Freitag.  Das Wochenende stand vor der Tür. Die ganze Woche hatte es 30 Grad mit strahlendem Sonnenschein und ich war, wie immer, im Büro. Und wie es halt so ist, sollte das Wochenende von Regen bestimmt werden.

Der Freitag war der letzte Tag im Büro vor der Kündigung. Den Montag waren die Handwerker bei uns, weswegen ich daheim bleiben musste.

Der Tag rückte also immer näher. „Was soll ich ihm sagen? Rechnet er vielleicht schon damit? Oder überrascht es ihn?!“ Die Woche über bekam ich wieder einige Mails von ihm. Alles wie immer, also wird es ihn vielleicht doch überraschen.

Punkt 14 Uhr ging es ins ersehnte Wochenende. Viel Zeit um den Blog vorzubereiten. Die Nachricht von der Weltreise wollten wir natürlich erst teilen, wenn unsere Chefs informiert sind. Wäre suboptimal, wenn sie aus dem Internet von der Kündigung erfahren hätten 😉

~~~ 1 Tag vor der Kündigung – Morgen wirds ernst ~~~

Montag, der letzte Tag vor der Kündigung. Die Handwerker sind im Haus (mal wieder ein Wasserschaden) und ich stehe Wache. 

Ein Tag noch. Dann werde ich meinem Chef die Entscheidung mitteilen. Übers Wochenende habe ich mir meine Worte zurechtgelegt. Natürlich werde ich als Hauptgrund die Weltreise nennen. Allerdings werde ich die Chance nutzen, um ihn auf die ein oder anderen Probleme mit der Stelle hinzuweisen. Wäre ich super zufrieden in meinem Job gewesen, hätte ich wahrscheinlich nach einem Sabbatical gefragt.

~~~ Tag der Kündigung ~~~

Ok, es hat dann doch noch einen Tag länger gedauert. Mein Chef war am Dienstag nicht erreichbar, also wurde es der Mittwoch. Ändert nichts – ich habe gekündigt!

Eigentlich wollte ich gleich in der Früh zu ihm ins Büro, aber wie so oft, war ich da nicht der Einzige. Bis 12 Uhr war nichts zu machen. Um 12:30Uhr dann die Chance. Genutzt und endlich war es soweit. 

„Ich mach es schnell: Ich werde das Unternehmen Ende November verlassen.“

Boom… endlich war es raus. Ich hatte es jetzt schon lange genug mit mir herum getragen. Natürlich gibt es schönere Nachrichten für einen Chef. Ich habe ihm von der Weltreise erzählt und auch von dem ein oder anderem Problem, welches ich mit dem Unternehmen habe.
Es wurde als konstruktive Kritik aufgegriffen und ich glaube wirklich, dass versucht wird, etwas zu ändern.

Bei mir: keine Rückkehr

Das Angebot einer Wiederkehr habe ich ausgeschlossen. Dafür gab es mehrere Gründe, aber kurz gesagt: Ich wollte einfach fair und ehrlich sein. Es wäre nicht fair gewesen, wenn ich wiedergekommen wäre, obwohl ich genau wusste, dass ich nicht auf Dauer beim Unternehmen bleiben will.

Nach ein paar organisatorischen Regelungen war das Gespräch auch schon beendet….Ich habe gerade gekündigt…

Es war echt kein schönes Gefühl die letzten Wochen so zu tun als wäre alles ok, obwohl ich genau wusste, dass ich auf Weltreise gehe.

Die Last ist weg – jetzt kann ich meinen Traum erfüllen: Eine Weltreise!

Wie und warum ich gekündigt habe? (Sabrina)

OMG!! Die Zeit ist so unglaublich schnell vergangen – ich kann es gar nicht glauben. Haben wir vor einigen Monaten noch vage über unsere Pläne über eine Weltreise gesprochen, wo wir uns noch unsicher waren ob wir es wirklich wagen sollen – so ist jetzt der Moment gekommen wo es wirklich ernst wird – ich werde kündigen. Für mich war eigentlich immer klar, dass wenn wir diesen Schritt der Weltreise wirklich wagen, ich kündigen werde (und kein Sabbatical nehme). Das hat vor allem zwei Gründe:

  1. Der Arbeitgeber muss zustimmenFür ein Sabbatical muss der Arbeitgeber zustimmen: da ich mir ziemlich sicher bin, dass mein derzeitiger Arbeitgeber mir kein Sabbatical gewährt, wollte ich diesen Weg gar nicht probieren.
  2. Nicht total zufrieden im JobEs ist mein erster in dieser Branche, daher hatte ich auch so vor, mich nach einiger Zeit weiterzuentwickeln und mich umzuorientieren. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen, obwohl ich mir keinen neuen Job suche, sondern eine Weltreise mache.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin schon ziemlich aufgeregt, denn obwohl wir alles geplant haben bezüglich unserer Wohnung und dem finanziellen Teil, ist es doch ein Schritt ins Ungewisse.

Was mich bei der ganzen Sache sehr beruhigt und mir immer Rückhalt gibt, sind meine Eltern. Sie waren auch die ersten (ok – um ehrlich zu sein die Zweiten), welche wir in unsere, damals noch vagen Weltreisepläne eingeweiht haben, und mir war es extrem wichtig, dass sie diesem Vorhaben positiv gesinnt waren. Nur Vollständigkeitshalber: die Erste, der ich es erzählt habe, war meine beste Freundin – die Conny 🙂

Zu meinem Glück waren meine Eltern total begeistert davon, und wir planen bereits ihren ersten Besuch bei uns in Thailand (doch dazu werdet ihr noch mehr erfahren)

Danach sind wir wirklich total frei und haben nichts im Hinterkopf.

Zurück zum eigentlichen Thema: Kündigen. Ja, ich werde es tun. Wir können uns voll und ganz auf das Reisen und unseren Blog konzentrieren und müssen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt X wieder zurück sein um wieder Arbeiten zu gehen. Das wird uns sicher (hoffentlich) keinen Stress beim Reisen bereiten und wir können den Zeitpunkt unserer Rückkehr flexibel gestalten.

Tag der Kündigung

Nun ist er endlich gekommen, der Tag der Kündigung. Max hat bereits einen Tag vor mir gekündigt und nun muss ich den Schritt machen. Ich habe die Worte – wie ich es sagen werde – kurz in meinem Kopf gesammelt um danach zu meiner Vorgesetzten zu gehen. Mein Kündigungsgespräch war – wie erwartet – sehr kurz. Danach konnte ich es endlich offiziell in meiner Abteilung kommunizieren, was für mich natürlich eine totale Erleichterung ist. Die meisten meiner Arbeitskolleginnen haben sich wirklich aufrichtig für mich gefreut und finden das total super, dass wir so einen Schritt wagen.

So, nun wäre das auch erledigt – die Reise kann kommen!

Was ist ein Sabbatical? Die Modelle im Überblick

Ein Sabbatical ist eine längere berufliche Auszeit, meist zwischen drei und zwölf Monaten, nach der du an deinen Arbeitsplatz zurückkehrst. Der Begriff ist gesetzlich nicht festgelegt – wie es genau läuft, vereinbarst du mit deinem Arbeitgeber. Diese Modelle sind am häufigsten:

Unbezahlter UrlaubDu bist für eine vereinbarte Zeit ohne Gehalt freigestellt. Das Arbeitsverhältnis ruht, du bekommst kein Geld und musst dich nach etwa einem Monat selbst versichern.
Ansparmodell (Teilzeit-Sabbatical)Du arbeitest zum Beispiel einige Jahre voll weiter, bekommst aber nur einen Teil deines Gehalts. Den Rest bekommst du in der Auszeit ausbezahlt. Vorteil: Du hast auch auf Reisen ein Einkommen und bleibst über den Arbeitgeber versichert.
Langzeit- oder ZeitwertkontoIn Deutschland können Gehaltsteile oder Überstunden auf einem sogenannten Wertguthaben angespart und später für eine bezahlte Freistellung genutzt werden, falls dein Arbeitgeber das anbietet.
Urlaub und Überstunden kombinierenFür eine kürzere Auszeit von sechs bis acht Wochen reicht es manchmal, Resturlaub und Zeitguthaben zusammenzulegen.
Öffentlicher DienstFür Beamte und viele Angestellte im öffentlichen Dienst gibt es in beiden Ländern eigene Sabbatical-Regelungen, meist als Ansparmodell.

Sabrina hat es schon gesagt: Für ein Sabbatical muss dein Arbeitgeber zustimmen. Geh deshalb gut vorbereitet ins Gespräch:

Fürs Gespräch mit dem Chef

  • ein konkreter Zeitraum
  • ein Vorschlag für deine Vertretung
  • ein Modell, das für beide Seiten funktioniert
  • alles schriftlich festhalten, vor allem die Rückkehr auf eine gleichwertige Stelle

Kündigen: Das gilt beim Arbeitslosengeld

Wer – wie wir – für eine Weltreise kündigt, sollte wissen, was das für das Arbeitslosengeld nach der Rückkehr bedeutet. Die Regeln unterscheiden sich in Deutschland und Österreich deutlich.

Infografik Arbeitslosengeld nach Eigenkündigung Deutschland und Österreich: Deutschland 12 Wochen Sperrzeit und um mindestens ein Viertel kürzere Anspruchsdauer, Österreich 4 Wochen ohne Arbeitslosengeld bei gleicher Bezugsdauer
Arbeitslosengeld nach der eigenen Kündigung: Deutschland und Österreich im Vergleich

Deutschland

Arbeitslosengeld in Deutschland

  • Sperrzeit: Kündigst du selbst oder unterschreibst einen Aufhebungsvertrag, verhängt die Agentur für Arbeit ohne wichtigen Grund in der Regel eine Sperrzeit von 12 Wochen (§ 159 SGB III). Eine Weltreise ist in aller Regel kein wichtiger Grund.
  • Kürzere Anspruchsdauer: Zusätzlich verkürzt sich die Anspruchsdauer um mindestens ein Viertel (§ 148 SGB III).
  • Ausnahme nach einem Jahr: Liegt die Kündigung bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch länger als ein Jahr zurück, entfällt diese Minderung. Wer länger als ein Jahr reist, verliert so zwar nicht die Anspruchsdauer – muss aber trotzdem die Anwartschaftszeit erfüllen.
  • Anwartschaftszeit: Für einen Anspruch musst du innerhalb der letzten 30 Monate vor der Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig gearbeitet haben. Je länger die Reise, desto knapper wird das.

Österreich

Arbeitslosengeld in Österreich

  • Vier Wochen ohne Arbeitslosengeld: Nach einer Selbstkündigung bekommst du für die ersten vier Wochen nach Ende des Dienstverhältnisses kein Arbeitslosengeld. Die Bezugsdauer verkürzt sich dadurch aber nicht, nur der Beginn verschiebt sich.
  • Einvernehmliche Auflösung: Bei einer einvernehmlichen Auflösung gilt diese Wartefrist nicht.
  • Anwartschaft: Für den ersten Anspruch brauchst du 52 Wochen arbeitslosenversicherte Beschäftigung in den letzten 24 Monaten, für jeden weiteren 28 Wochen im letzten Jahr. Nach einer sehr langen Reise kann der Anspruch deshalb wegfallen.
  • Abfertigung neu: Bei einer Selbstkündigung wird deine Abfertigung nicht ausbezahlt, sie bleibt in der Vorsorgekasse und wird bei späteren Arbeitgebern weiter angespart.
  • Bildungskarenz: Für Bildungskarenzen ab 1. April 2025 gibt es kein Weiterbildungsgeld mehr. Die neue Weiterbildungszeit ab Juni 2026 setzt mindestens 20 Wochenstunden arbeitsmarktrelevante Weiterbildung voraus – mehr dazu in unserem Beitrag Weltreise finanzieren.

Wichtig:

Das ist ein Überblick, keine Rechtsberatung. Die Regeln haben viele Ausnahmen und hängen von deinem Vertrag, Kollektiv- bzw. Tarifvertrag und deiner Versicherungsgeschichte ab. Lass dich vor der Kündigung beraten – in Deutschland bei der Agentur für Arbeit oder einer Gewerkschaft, in Österreich beim AMS oder der Arbeiterkammer.

Versicherung und Wohnsitz: Was du vor der Abreise klären musst

Egal ob Kündigung oder Sabbatical – bei einer Auszeit ohne Gehalt bist du nach etwa einem Monat nicht mehr über den Arbeitgeber versichert. In Deutschland bleibt die Beschäftigung bei unbezahltem Urlaub bis zu einem Monat sozialversicherungsrechtlich bestehen, in Österreich bleibt die Pflichtversicherung bis zu einem Monat aufrecht, wobei du die Beiträge dann selbst trägst.

Krankenversicherung zu HauseSolange du in Deutschland gemeldet bist, gilt die Versicherungspflicht weiter, oft als freiwillige Versicherung. Meldest du deinen Wohnsitz ab, kannst du bei vielen Kassen eine günstigere Anwartschaftsversicherung abschließen. In Österreich ist eine Selbstversicherung bei der Krankenkasse möglich, frag nach den aktuellen Beiträgen.
AuslandskrankenversicherungDie gesetzliche Versicherung zahlt außerhalb Europas fast nichts. Eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung ist deshalb Pflicht. Welche wir hatten, liest du bei unseren Weltreise Versicherungen.
Pension bzw. RenteOhne Beiträge fehlen dir Versicherungszeiten. Bei einer Reise von einigen Monaten ist das überschaubar, bei mehreren Jahren solltest du dich informieren.
Wohnung und MeldeadresseOb du die Wohnung behältst, untervermietest oder kündigst, hat Folgen für Versicherung, Post und Behörden. Tipps zur Untervermietung findest du im Beitrag Weltreise finanzieren.

Elternzeit oder Karenz für eine Reise mit Kind nutzen

Viele Eltern nutzen die Elternzeit für eine längere Reise mit Kind. Wir selbst waren damals noch ohne Finn unterwegs, deshalb hier unsere recherchierten Tipps:

  • Deutschland: Elternzeit ist bis zu drei Jahre pro Kind möglich. Für das Elterngeld ist ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland Voraussetzung – wer reist, sollte sich deshalb nicht abmelden.
  • Österreich: Die Elternkarenz dauert maximal bis zum zweiten Geburtstag des Kindes. Für das Kinderbetreuungsgeld muss der Lebensmittelpunkt in Österreich bleiben. Der OGH hat 2025 einer Mutter mit fünf Monaten USA-Aufenthalt den Anspruch bestätigt, weil die Familie die Wiener Wohnung behalten hatte (10 ObS 3/25a). Eine feste Grenze gibt es nicht, die Fachliteratur nennt rund sechs Monate als Orientierung.
  • Hauptwohnsitz behalten: Wohnung nicht kündigen, keinen Wohnsitz im Ausland anmelden – das ist in beiden Ländern der wichtigste Punkt.
  • Untersuchungen einplanen: In Österreich hängt die volle Höhe des Kinderbetreuungsgelds an den Untersuchungen im Eltern-Kind-Pass. Plant die Reise um diese Termine herum.

Lasst euch vor einer langen Reise unbedingt bei der Elterngeldstelle bzw. der Krankenkasse beraten.

Mehr Tipps fürs Reisen mit Kind →

Zum WeiterlesenRatgeber zu Sabbatical & AuszeitBücher rund um Planung, Finanzierung und das Gespräch mit dem Arbeitgeber.

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Fragen & Antworten zu Kündigung und Sabbatical

Was ist ein Sabbatical?

Ein Sabbatical ist eine längere berufliche Auszeit, meist drei bis zwölf Monate, nach der du an deinen Arbeitsplatz zurückkehrst. Es kann unbezahlt sein oder über ein Ansparmodell finanziert werden.

Habe ich ein Recht auf ein Sabbatical?

In der Regel nein. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich braucht ein Sabbatical die Zustimmung des Arbeitgebers. Ausnahmen gibt es im öffentlichen Dienst und durch einzelne Tarif- oder Kollektivverträge.

Bekomme ich nach einer Kündigung für die Weltreise Arbeitslosengeld?

In Deutschland gibt es meist 12 Wochen Sperrzeit und eine um mindestens ein Viertel kürzere Anspruchsdauer, die Minderung entfällt aber, wenn die Kündigung über ein Jahr zurückliegt. In Österreich gibt es nach einer Selbstkündigung vier Wochen kein Arbeitslosengeld. In beiden Ländern musst du die Anwartschaft erfüllen.

Bin ich während eines Sabbaticals versichert?

Beim Ansparmodell bekommst du weiter Gehalt und bleibst versichert. Bei unbezahltem Urlaub endet der Schutz über den Arbeitgeber nach etwa einem Monat, danach brauchst du eine eigene Kranken- und eine Auslandskrankenversicherung.

Gibt es die Bildungskarenz in Österreich noch?

Nein. Für Bildungskarenzen ab 1. April 2025 gibt es kein Weiterbildungsgeld mehr. Seit Juni 2026 gibt es die Weiterbildungszeit mit strengeren Voraussetzungen, die für eine Reise nicht gedacht ist.

Wie frage ich meinen Chef nach einem Sabbatical?

Frag frühzeitig, am besten sechs bis zwölf Monate vorher, und komm mit einem konkreten Vorschlag: Zeitraum, Modell, Übergabe und Vertretung. Halte die Vereinbarung und die Rückkehr schriftlich fest.

Ist eine Lücke im Lebenslauf nach einer Weltreise ein Problem?

Meist nicht, wenn du sie offen erklärst. Eine Weltreise zeigt Organisationstalent, Selbstständigkeit und Mut – viele Arbeitgeber sehen das heute positiv.

Fazit: Kündigen oder Sabbatical?

Für uns war die Kündigung die richtige Entscheidung. Für dich hängt es vor allem an zwei Fragen:

Nicht so zufrieden im Job und noch kein Plan, wie lange die Reise geht?
KündigenSo wie wir: Wir wollten nicht auf die volle Freiheit verzichten.
Du magst deinen Job und dein Arbeitgeber spielt mit?
SabbaticalDie sicherere Wahl, mit Einkommen danach und weniger Papierkram.

Wie wir die Reise finanziert haben, liest du in Weltreise finanzieren, warum wir überhaupt losgezogen sind in Warum machen wir eine Weltreise? und was wir eingepackt haben in unserer Weltreise Packliste.

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Sabrina, Max & Finn

Seit 2017 schreiben wir hier über unsere Reisen – heute zu dritt, mit echten Kosten und ehrlichen Eindrücken.

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3 Kommentare

  1. Eine Arbeitsunterbrechung für Sabbatical-Zeit klingt ja interessant. Zur Weiterbildung oder Umschulung brauchen wir doch auch Zeit. Das Modell würde für meine Freundin vom riesengroßen Interesse, danke!

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