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Weltreise

Weltreise finanzieren 2026: 10 Wege, Sparplan & unsere Methoden

Weltreise finanzieren

Aktualisiert im Oktober 2026: Neu sind ein Überblick über 10 Finanzierungswege, eine Spartabelle, Work & Travel, Freiwilligenarbeit, Haushüten und Kosten sparen unterwegs. Weiterbildungszeit, Working-Holiday-Regeln und Remote Work haben wir neu recherchiert. Wir haben diesen Beitrag im September 2018 kurz vor unserer Weltreise geschrieben – unsere Erfahrungen und Rechnungen haben wir so gelassen, alle Fakten drumherum sind auf dem aktuellen Stand.

Unsere Weltreise Kosten haben wir euch ja bereits genannt. Mit rund 16.000€ gar nicht so wenig für 7-8 Monate. Viele von euch werden sich da sicher fragen – wie finanziert ihr das alles?

Auf dieses Thema und wie auch ihr erfolgreich Geld sparen könnt, erfahrt ihr in diesem Beitrag 🙂

Hier zeigen wir euch, wie wir unsere Weltreise finanziert haben, mit welchen drei Schritten ihr selbst euer Budget erreicht und welche weiteren Wege es heute gibt – von Sabbatical über Untervermietung und Remote Work bis Work & Travel, Freiwilligenarbeit und Haushüten.

Weltreise finanzieren – das Wichtigste in Kürze:

  • Unser Budget 2018: rund 16.000 € pro Person für 7–8 Monate, finanziert vor allem durch den Verkauf unserer Autos.
  • Die drei Grundpfeiler: Sparplan erstellen, Ausgaben senken, zusätzliches Einkommen aufbauen.
  • Sparrate: mindestens 10 % vom Nettoeinkommen, und zwar gleich am Monatsanfang.
  • Job behalten: Sabbatical oder unbezahlter Urlaub sind nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.
  • Österreich: Die Bildungskarenz gibt es nicht mehr. Seit Juni 2026 ersetzt sie die Weiterbildungszeit – für eine Reise ist sie aber nicht gedacht.
  • Wohnung: Untervermieten nur mit Erlaubnis bzw. im Rahmen des Mietvertrags.
  • Unterwegs verdienen: Remote Work ist möglich, Visum, Steuern und Versicherung müssen aber geklärt sein.
  • Work & Travel: Working-Holiday-Visa gibt es meist bis 30, teils bis 35 Jahre – Australien nimmt Anträge aus Österreich seit Juli 2026 derzeit nicht an.
  • Kredit: Eine Reise auf Pump würden wir nicht empfehlen – die Raten laufen weiter, wenn nach der Rückkehr noch kein Einkommen da ist.

Weltreise finanzieren: 10 Wege im Überblick

Die meisten Weltreisenden kombinieren mehrere dieser Wege. Unsere eigene Mischung aus Autoverkauf, Sparen und Nebenjob lest ihr gleich danach.

Weg Wie es funktioniert Gut für
1. Sparplan Feste Sparrate gleich am Monatsanfang auf ein eigenes Konto alle – die Basis jeder Finanzierung
2. Ausgaben senken Verträge prüfen, seltener auswärts essen, Auto hinterfragen alle, die ihre Sparrate erhöhen wollen
3. Verkaufen Auto, Möbel, Technik verkaufen statt einlagern alle, die ihre Wohnung aufgeben
4. Nebenjob oder Selbstständigkeit Zusätzliches Einkommen vor der Reise aufbauen alle mit Zeit und einer gefragten Fähigkeit
5. Sabbatical / unbezahlter Urlaub Job behalten, Auszeit mit dem Arbeitgeber vereinbaren Angestellte, die zurückkehren wollen
6. Wohnung untervermieten Miete läuft weiter, Untermieter deckt die Kosten Mieter mit Zustimmung des Vermieters
7. Remote Work & Freelancing Unterwegs online weiterarbeiten Freelancer und Angestellte mit Erlaubnis
8. Work & Travel Mit Working-Holiday-Visum im Reiseland jobben junge Reisende bis 30 bzw. 35 Jahre
9. Freiwilligenarbeit Mithelfen gegen Kost und Logis alle, die Unterkunftskosten sparen wollen
10. Haushüten Haus und Haustiere hüten, dafür gratis wohnen Tierliebhaber, die länger an einem Ort bleiben

Wie finanzieren wir die Weltreise?

Heute ist der 15. September 2018. Wir haben also noch etwas mehr als 2 Monate, bis die Reise startet. Wahrscheinlich glaubt ihr, dass wir das meiste Budget von den 16.000€ bereits zusammen haben. Naja, die Realität schaut anders aus.

Unsere Konten sind weitestgehend leer. Es ist nicht so, dass wir keine Rücklagen oder andere Investitionen hätten, aber faktisch haben wir zur Zeit noch keinen Euro für die Reise gespart.

16.000 €Budget pro Person für 7–8 Monate
32.000 €brauchen wir für uns beide
ca. 11.000 €bekommen wir pro Auto
2 Monatebleiben uns noch bis zum Start

Wie also machen wir das? Leider relativ unspektakulär: Wir verkaufen unsere Autos. Pro Auto bekommen wir noch ca. 11.000€. Damit ist schon mal ein Großteil der Kosten gedeckt. Fehlen noch 5.000€ pro Person.

Da wir unsere Wohnung auflösen, können wir auch hier ein bisschen was verkaufen. Beispielsweise unseren Computer (nicht Laptop) und Monitor. Allein hierfür sollten wir noch rund 2.000€ bekommen.

Von den benötigten (32.000€ für Beide) fehlen noch rund 8.000€. Diesen Rest ersparen wir uns in den nächsten zwei Monaten. Dafür legen wir rund 1.000€ pro Person (ja, da müssen wir sparsam sein) von unserem Sept+Okt Gehalt beiseite. Außerdem generieren wir zusätzliches Einkommen durch selbständige Arbeiten im Bereich Webdesign und Online Marketing.

Damit fehlen noch 3.500€. Das schaffen wir durch unser November Gehalt, bei dem zusätzlich Weihnachtsgeld ausgezahlt wird und wir keine Nebenkosten mehr haben (Ende November befinden wir uns bereits auf der Reise). Damit sollten wir die 32.000€ zusammen haben. Außerdem haben wir bereits die Flüge von Wien nach Kuala Lumpur, sowie Bangkok nach Auckland gezahlt.

Infografik So finanzieren wir die Reise, Budget 2018 32.000 Euro: Autos verkaufen (ca. 11.000 Euro pro Auto), Computer und Monitor verkaufen (rund 2.000 Euro), rund 1.000 Euro pro Person und Monat aus dem September- und Oktober-Gehalt plus Selbstständigkeit, letzte 3.500 Euro aus dem November-Gehalt mit Weihnachtsgeld, Flüge Wien–Kuala Lumpur und Bangkok–Auckland schon bezahlt
Unsere Finanzierung im September 2018, Schritt für Schritt
Weltreise finanzieren
Weltreise finanzieren

Der Großteil kommt also durch den Auto Verkauf. Allerdings nicht alles. Rund 30% (10.000€) müssen wir uns die nächsten 2 Monate zusammensparen.

Bei uns hat das 2018 so funktioniert. Durch die Preissteigerungen der letzten Jahre solltet ihr heute für eine vergleichbare Reise mit einem höheren Budget rechnen – wie viel genau, hängt stark von Route und Reisestil ab.

Was kostet euch die Reise? Rechnet euer Budget mit unserem Reisekosten-Rechner aus oder schaut euch an, was unsere Weltreise insgesamt gekostet hat. So wisst ihr, welches Sparziel ihr euch setzen müsst.

Unsere Geld sparen Tipps

Natürlich kann man nicht immer sein Auto verkaufen. Wenn jemand das Auto bei der Rückkehr wieder braucht, dann macht es eher wenig Sinn das Geld für die Reise zu nutzen. Allerdings geht das alles auch, ohne etwas zu verkaufen.

Drei Möglichkeiten, um euer Weltreise Budget zu erreichen:

  1. Einen Sparplan erstellenJeden Monat einen festen Prozentsatz vom Einkommen beiseitelegen.
  2. Ausgaben senkenAlle Ausgaben aufstellen und unnötige Kosten streichen.
  3. Zusätzliches Einkommen generierenGehaltserhöhung oder nebenberuflich selbstständig machen.

Zumindest haben wir es so gemacht 😉

1. Einen Sparplan erstellen

Wohl der wichtigste und offensichtlichste Schritt. Wenn ich Geld brauche, muss ich natürlich auch sparen. Bedeutet, ihr legt euch jeden Monat einen gewissen Betrag von eurem Einkommen zurück.

Am besten rechnet ihr das in Prozent. Mindestens sollten 10% zurück gelegt werden. Das sollte für jeden machbar sein. Eine sehr gute Sparrate liegt bei 50% und höher und kann natürlich nicht von jedem erreicht werden. Dazu braucht man entweder ein sehr gutes Einkommen oder aber sehr geringe Ausgaben.

Beispiel: Verdient ihr beispielsweise 1.500€ netto im Monat, legt ihr euch jeden Monat mindestens 150€ beiseite. Auf das Jahr gerechnet, sind das 1.800€. Erhöht ihr die Sparrate auf 30% (450€) dann habt ihr am Ende des Jahres bereits 5.400€ gespart.

10 %Sparrate: 150 € im Monat, 1.800 € im Jahr
30 %Sparrate: 450 € im Monat, 5.400 € im Jahr
50 %+sehr gute Sparrate, nicht für jeden erreichbar

Ganz wichtig – ihr müsst euch zuerst bezahlen. Was heißt das? Bedeutet einfach: Legt das Geld direkt am Anfang des Monats zur Seite! Nehmt nicht das Geld, welches euch am Ende des Monats übrig bleibt. In den meisten Fällen funktioniert das nicht!

Unser Spar-TippHaushaltsbuch für den ÜberblickWer seine Ausgaben einen Monat lang aufschreibt, findet am schnellsten die Posten, an denen sich sparen lässt.

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2. Ausgaben senken

Wenn ihr eure Sparrate erhöhen wollt, geht das ganz einfach, indem ihr eure Ausgaben senkt. Stellt dafür alle eure Ausgaben auf. Ihr werdet schnell sehen, wo ihr Geld einsparen könnt. Natürlich sollt ihr euch nicht ganz einschränken. Bei uns waren das vor allem diese Posten:

Auswärts essenWir haben gemerkt, dass wir sehr hohe Ausgaben für „auswärts essen / Essen bestellen“ haben. Unnötige Kosten, denn wir können genauso gut kochen. Statt 3 mal die Woche Essen zu gehen, reduziert es einfach auf nur ein mal. Dadurch senkt ihr ganz schnell eure Ausgaben um 100-200€ im Monat.
AutosEin riesen Kosten Faktor. Autos haben einen riesen Wertverlust über die Jahre und produzieren Unmengen an Nebenkosten durch Reparaturen, Benzin und Versicherung. Wenn wir zurück kommen, werden wir uns wahrscheinlich nur noch ein Auto zulegen.
Rauchen und AlkoholWeitere, typische Beispiele, an denen gespart werden kann! Also listet eure Ausgaben auf und reduziert unnötige Kosten!

3. Zusätzliches Einkommen generieren

Der wohl schwerste Schritt. Ihr habt einen Sparplan erstellt, legt monatlich 10% – 50% von eurem Einkommen beiseite und habt eure Ausgaben reduziert. Jetzt könnt ihr nur noch warten, bis ihr euer Sparziel erreicht habt ODER ihr erhöht euer Einkommen.

Um das Einkommen zu erhöhen benötigt ihr entweder eine Gehaltserhöhung oder ihr macht euch nebenberuflich Selbstständig. Das kann ganz klein beginnen, wichtig ist nur, dass ihr zusätzliche Einnahmen generiert.

Bei uns: Max als Selbstständiger

Ich (Max) habe mich beispielsweise in den Bereichen Webdesign und Online Marketing selbstständig gemacht. Ein hart umgekämpfter Markt, aber ich habe doch ein paar Kunden gewinnen können, mit denen ich zusätzliches Einkommen generiere.

Sucht euch also etwas worin ihr gut seid und womit ihr anderen Menschen weiterhelfen könnt. Da gibt es unzählige Möglichkeiten: Ihr seid gute Fotografen? Dann macht euch selbstständig und lasst euch für Hochzeiten buchen. Macht ihr euren Job gut, dann gewinnt ihr ganz schnell neue Kunden!

Ich könnte hier ewig weiter schreiben. Sucht euch etwas was ihr gerne macht und wo ihr gut drin seid und los geht´s! Es ist wirklich einfacher als ihr denkt und wenn ihr es nur nebenberuflich betreibt, braucht ihr euch keinerlei Sorgen machen!

Ein kleines Beispiel

Damit ihr das Ganze besser nachvollziehen könnt, gebe ich euch mal ein kleines Beispiel.

Ausgangssituation: Einkommen 1.500€, Ausgaben 1.400€. Damit bleiben euch 100€ im Monat die ihr sparen könnt und damit liegt die Sparrate unter 10%.

Jetzt stellt ihr eine Liste über Einnahmen und Ausgaben auf. Strom- und Heizkosten sind sehr hoch also checkt auf Vergleichsportalen eure Anbieter. Außerdem stellt ihr fest, dass ihr häufiger auswärts Essen geht. Reduziert das.

Sucht nach weiteren unnötigen Ausgaben wie Zigaretten, teurer Handyvertrag, ständig neue Klamotten, zu teure Autoversicherung usw. Da gibt es echt unzählige Punkte, die von Person zu Person verschieden sind. Versucht ebenfalls nicht immer alles im teuersten Supermarkt einzukaufen und schaut auch mal in die unteren Bereiche der Regale. Hier findet ihr die günstigeren Produkte, die von der Qualität aber meist nicht schlechter sind!

Sparmaßnahme pro Monat
Weniger Strom- und Gaskosten (Anbieter vergleichen) -20 €
Seltener auswärts essen -50 €
Weitere Sparmaßnahmen -100 €
Summe 170 €

Damit könnt ihr ab sofort statt 100€ gleich 270€ sparen und habt damit eine Sparrate von fast 20%. Im Jahr sind das 3.240€. Damit könntet ihr schon einige Monate in Südostasien verbringen und wenn ihr noch ein weiteres Jahr spart, geht sich ein Jahr reisen aus.

So und wenn ihr euch jetzt noch selbstständig macht, könnt ihr zusätzliches Einkommen generieren. Natürlich solltet ihr das zusätzliche Einkommen großteils zum Sparen nutzen 😉 Nehmen wir an, ihr verdient zusätzlich 300€ im Monat, dann sieht die Rechnung wie folgt aus:

Einnahmen: 1.500€
+zusätzliche Einnahmen: 300€
– Ausgaben: 1.230€ (1400€ -170€)
Summe: 1.800€ – 1.230€ = 570€ sparen pro Monat

Infografik Rechenbeispiel Sparrate bei 1.500 Euro Einkommen und 1.400 Euro Ausgaben: Ausgangssituation 100 Euro im Monat, nach gesenkten Ausgaben 270 Euro (fast 20 Prozent, 3.240 Euro im Jahr), mit 300 Euro Nebeneinkommen 570 Euro (31 Prozent, 6.840 Euro im Jahr)
Wie sich die Sparrate in unserem Beispiel entwickelt

Wenn ihr euch 570€ im Monat beiseite legen könnt, habt ihr schon sehr viel erreicht. Damit könnt ihr in nur einem Jahr 6.840€ sparen. Eure Sparrate liegt jetzt bereits bei 31%! Allein davon könnt ihr, wenn ihr sehr günstig unterwegs seid, lange Zeit in Südostasien verbringen. Wenn ihr ein oder zwei zusätzliche Jahre spart, seid ihr bereits bei ca. 14.000€ bzw. ca. 20.000€! Und damit lässt sich natürlich noch weit mehr anfangen!

Wie lange müsst ihr für eine Weltreise sparen?

Die Tabelle zeigt, wie viele Monate ihr bei einer festen Sparrate für ein bestimmtes Budget braucht – ohne Zinsen, aufgerundet. So seht ihr schnell, welche Stellschraube am meisten bringt: eine höhere Sparrate oder ein kleineres Budget.

Sparrate pro Monat 10.000 € 15.000 € 20.000 € 30.000 €
300 € 34 Monate 50 Monate 67 Monate 100 Monate
570 € (unser Beispiel) 18 Monate 27 Monate 36 Monate 53 Monate
800 € 13 Monate 19 Monate 25 Monate 38 Monate
1.000 € 10 Monate 15 Monate 20 Monate 30 Monate
1.500 € (zu zweit) 7 Monate 10 Monate 14 Monate 20 Monate

Verkauft ihr vor der Reise zusätzlich etwas – bei uns waren es die Autos – verkürzt sich die Sparzeit entsprechend. Welches Budget ihr für eure Route braucht, rechnet ihr mit dem Weltreise-Kosten-Rechner aus.

Weitere Wege, eine Weltreise zu finanzieren

Sparen, Ausgaben senken und nebenbei verdienen sind die Basis. Es gibt aber noch ein paar weitere Stellschrauben, die wir selbst teils genutzt haben und die heute für viele Weltreisende eine Rolle spielen.

Sabbatical oder unbezahlter Urlaub

Wir haben beide gekündigt – warum, lest ihr in unserem Beitrag Kündigen oder Sabbatical?. Wer seinen Job behalten möchte, hat aber einige Möglichkeiten:

Unbezahlter UrlaubIhr vereinbart mit eurem Arbeitgeber eine Auszeit ohne Gehalt. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es weder in Deutschland noch in Österreich.
AnsparmodellIhr arbeitet zum Beispiel einige Jahre voll, bekommt aber nur einen Teil des Gehalts. Der Rest wird angespart und in der Auszeit weiterbezahlt. So habt ihr auch während der Reise ein Einkommen und bleibt versichert. In Deutschland läuft das oft über ein Langzeit- bzw. Wertguthabenkonto, in Österreich über Regelungen im Kollektivvertrag oder eine Betriebsvereinbarung.
Öffentlicher DienstFür Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst gibt es in beiden Ländern eigene Sabbatical-Regelungen.

Für Österreicher hat sich außerdem eine beliebte Variante erledigt:

Wichtig für Österreich:

Früher haben viele Österreicher eine Bildungskarenz mit Sprachkurs im Ausland mit einer langen Reise verbunden. Das geht so nicht mehr: Für Bildungskarenzen ab 1. April 2025 gibt es kein Weiterbildungsgeld mehr. Seit 8. Juni 2026 gibt es als Nachfolger die Weiterbildungszeit mit Weiterbildungsbeihilfe vom AMS. Voraussetzungen sind unter anderem 12 Monate durchgehende Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber, eine schriftliche Vereinbarung mit ihm und mindestens 20 Wochenstunden Weiterbildung, die arbeitsmarktrelevant sein muss. Die Beihilfe ist einkommensabhängig, beträgt mindestens 41,49 € pro Tag (Wert 2026) und gibt es für mindestens 2 Monate und höchstens 1 Jahr innerhalb von 4 Jahren. Für eine Weltreise ist das Modell also nicht gedacht. Die aktuellen Details findet ihr direkt beim AMS.

Mit Kind: Elternzeit bzw. Karenz

Viele Eltern nutzen die Elternzeit (Deutschland) bzw. die Karenz (Österreich) für eine längere Reise, weil der Job in dieser Zeit sicher ist. Ob Elterngeld bzw. Kinderbetreuungsgeld während eines langen Auslandsaufenthalts weiter ausgezahlt wird, hängt aber vor allem davon ab, ob euer Wohnsitz und Lebensmittelpunkt im Inland bleiben. Klärt das unbedingt vorab bei der Elterngeldstelle bzw. bei der ÖGK. Tipps für unterwegs findet ihr in unserer Rubrik Reisen mit Kind.

Wohnung untervermieten oder aufgeben

Wir haben unsere Wohnung aufgelöst und dabei auch einiges verkauft, etwa unseren Computer samt Monitor. Wer zurück in die eigene Wohnung möchte, kann sie während der Reise untervermieten und so die Miete decken. Das solltet ihr aber nie ohne Absprache machen:

Untervermieten: Das müsst ihr klären

  • Deutschland: Für eine Untervermietung braucht ihr die Erlaubnis des Vermieters. Bei einem längeren Auslandsaufenthalt kann ein berechtigtes Interesse bestehen, wenn ihr einen Teil der Wohnung, etwa ein Zimmer für eure Sachen, behaltet (BGH, Urteil vom 11.06.2014, VIII ZR 349/13). Die ganze Wohnung ohne Erlaubnis unterzuvermieten kann zur Kündigung führen.
  • Österreich: Hier kommt es auf den Mietvertrag an. Gebt ihr die ganze Wohnung weiter und braucht sie nicht dringend selbst, kann das ein Kündigungsgrund sein (§ 30 Mietrechtsgesetz). Klärt die Untervermietung deshalb vorher schriftlich mit dem Vermieter.
  • Kurzzeitvermietung: Die Wohnung tageweise über Plattformen zu vermieten, ist für Mieter meist nicht ohne Zustimmung erlaubt und in vielen Städten zusätzlich eingeschränkt.
  • Steuern: Einnahmen aus der Untervermietung können steuerpflichtig sein.

Unterwegs arbeiten: Remote Work und Freelancing

Max hat schon 2018 nebenbei selbstständig im Bereich Webdesign und Online Marketing gearbeitet, und wollte auch während der Reise teilweise online weiterarbeiten. Heute ist ortsunabhängiges Arbeiten viel verbreiteter. Ein paar Dinge solltet ihr dabei aber beachten:

Als AngestellteArbeiten aus dem Ausland geht nur mit Zustimmung des Arbeitgebers. Dabei geht es auch um Steuern, Sozialversicherung und Datenschutz, deshalb erlauben viele Firmen nur wenige Wochen im Jahr.
VisumMit einem normalen Touristenstatus dürft ihr in vielen Ländern offiziell nicht arbeiten. Immer mehr Länder bieten deshalb eigene Visa für digitale Nomaden an. Thailand hat zum Beispiel die Destination Thailand Visa (DTV): 5 Jahre gültig, bis zu 180 Tage pro Einreise, Gebühr 10.000 Baht und ein Nachweis über 500.000 Baht Ersparnisse (ca. 13.000 €).
SteuernWer lange in einem Land bleibt, kann dort steuerpflichtig werden, in Thailand etwa ab 180 Tagen im Kalenderjahr.
Realistisch planenArbeiten und schnelles Reisen passen schlecht zusammen. Plant feste Arbeitstage und Unterkünfte mit gutem WLAN ein.

Work & Travel mit Working-Holiday-Visum

Mit einem Working-Holiday-Visum dürft ihr im Reiseland jobben, etwa in der Gastronomie, auf Farmen oder im Tourismus, und finanziert so einen Teil der Reise unterwegs. Die Programme richten sich an junge Erwachsene, die Regeln unterscheiden sich je nach Land und Staatsangehörigkeit:

  • Altersgrenzemeist 18 bis 30 Jahre, bei einigen Ländern und Staatsangehörigkeiten bis 35 Jahre. Maßgeblich ist das Alter bei der Antragstellung.
  • Australien für DeutscheSeit 1. Juli 2026 können sich Deutsche bis einschließlich 35 Jahren bewerben (vorher 30).
  • Australien für ÖsterreicherSeit Anfang Juli 2026 genehmigt Australien Anträge aus 23 Ländern, darunter Österreich und die Schweiz, vorerst nicht mehr. Ein Termin für die Wiederaufnahme ist offen – prüft den aktuellen Stand vor der Planung.
  • Kosten AustralienSeit 1. Juli 2026 kostet der erste Antrag 840 AUD, ein zweites oder drittes Visum 1.000 AUD.
  • Weitere beliebte LänderNeuseeland, Kanada, Japan und Südkorea haben ebenfalls Working-Holiday-Programme, meist für 12 Monate. Die genauen Bedingungen stehen auf den offiziellen Seiten der jeweiligen Einwanderungsbehörde.
18–30Jahre: übliche Altersgrenze, teils bis 35
840 AUDerster Antrag Australien seit 1. Juli 2026
12 Monatemeist gültig in Neuseeland, Kanada, Japan, Südkorea

Plant trotzdem ein Startkapital ein: Bis der erste Job gefunden ist, vergehen oft einige Wochen, und manche Länder verlangen bei der Einreise einen Nachweis über ausreichende Mittel.

Freiwilligenarbeit gegen Kost & Logis

Auf Plattformen wie Workaway, Worldpackers oder WWOOF (Mitarbeit auf Bio-Höfen) findet ihr Gastgeber, bei denen ihr einige Stunden am Tag mithelft und dafür kostenlos wohnt und oft auch esst – im Hostel, auf einer Farm, in einer Surfschule oder bei Familien. Das spart vor allem in teuren Ländern wie Australien oder Neuseeland viel Geld. Die Plattformen verlangen meist eine Jahresgebühr.

Wichtig:

In manchen Ländern zählt auch unbezahlte Mitarbeit gegen Unterkunft rechtlich als Arbeit, für die ein passendes Visum nötig ist. Informiert euch deshalb vorab bei der Botschaft oder Einwanderungsbehörde des Landes.

Haushüten (House Sitting)

Beim Haushüten kümmert ihr euch um Haus, Garten und meist Haustiere, während die Besitzer verreist sind – und wohnt dafür kostenlos. Plattformen wie TrustedHousesitters vermitteln Aufenthalte von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten, auch in Ländern wie Australien, Neuseeland oder den USA. Gute Bewertungen sind hier alles, startet also am besten mit kurzen Aufenthalten. Auch hier gilt: Die Mitgliedschaft kostet eine Jahresgebühr, und ihr seid an einen Ort gebunden.

Freiwilligenarbeit und Haushüten: Das spricht dafür

  • Kostenlos wohnen, bei Freiwilligenarbeit oft auch essen
  • Spart vor allem in teuren Ländern wie Australien oder Neuseeland viel Geld
  • Aufenthalte von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten

Das solltet ihr bedenken

  • Die Plattformen verlangen meist eine Jahresgebühr
  • In manchen Ländern braucht ihr auch für unbezahlte Mitarbeit ein Visum
  • Beim Haushüten seid ihr an einen Ort gebunden

Verkaufen statt einlagern

Bei uns kam der größte Teil des Budgets aus dem Verkauf unserer Autos, dazu kamen Computer und Monitor. Überlegt euch, was ihr nach der Reise wirklich noch braucht: Was ihr nicht mehr wollt, verkauft ihr über Kleinanzeigen-Portale wie willhaben oder Kleinanzeigen, alles andere könnt ihr bei Familie und Freunden oder in einem Lagerraum unterbringen.

Laufende Kosten zu Hause senken

Auch während der Reise laufen zu Hause Kosten weiter. Kündigt oder pausiert alles, was ihr unterwegs nicht braucht: Handyvertrag, Streaming, Fitnessstudio, Kfz-Versicherung oder Mitgliedschaften. Plant aber Kosten ein, die bleiben, etwa für eine Auslandskrankenversicherung – welche wir hatten, lest ihr bei unseren Weltreise Versicherungen. Mit der richtigen Kreditkarte spart ihr euch außerdem unterwegs Gebühren beim Bezahlen und Abheben.

Unser Karten-TippDKB Girokonto mit Visa DebitkarteKostenlos für Aktivkunden (ab 700 € Geldeingang im Monat) und für alle unter 28 Jahren – als Aktivkunde zahlt und hebt ihr weltweit ohne Fremdwährungsgebühr ab.

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Weltreise mit Kredit finanzieren?

Banken und Vergleichsportale bewerben Urlaubs- und Reisekredite. Wir würden für eine Weltreise davon abraten, und zwar aus einem einfachen Grund: Die Raten müsst ihr auch dann zahlen, wenn ihr nach der Rückkehr noch keinen Job habt. Dazu kommen Zinsen, die die Reise teurer machen. Wer trotzdem darüber nachdenkt, sollte ein paar Dinge wissen:

Wenn doch ein Kredit, dann so

  • Dispo meiden: Der Dispokredit ist in der Regel deutlich teurer als ein Ratenkredit.
  • Effektivzins vergleichen: Nur er zeigt die tatsächlichen Gesamtkosten inklusive Gebühren.
  • Kreditkarte mit Teilzahlung: Bei manchen Reisekreditkarten ist Teilzahlung voreingestellt – das ist ein teurer Kredit durch die Hintertür. Stellt auf vollständige Rückzahlung um.
  • Lieber verschieben: Ein paar Monate länger sparen ist fast immer günstiger als ein Kredit.

Das ist keine Finanzberatung, sondern unsere persönliche Einschätzung.

Unterwegs Kosten senken

Nicht nur das Sparen vor der Reise zählt – auch unterwegs entscheidet ihr jeden Tag, wie lange euer Budget reicht:

Günstige Regionen wählenIn Südostasien oder Südamerika kommt ihr pro Tag mit deutlich weniger aus als in Australien, Neuseeland oder den USA. Mehr dazu in unserer Weltreise Route.
Langsamer reisenWeniger Ortswechsel bedeuten weniger Transportkosten, und für längere Aufenthalte gibt es oft Wochen- oder Monatspreise.
Nebensaison nutzenKurz vor oder nach der Hauptsaison sind Unterkünfte oft spürbar günstiger.
Einfach wohnen, lokal essenGästehäuser, Hostels und Homestays statt Hotels, Unterkünfte mit Küche zum Selberkochen. Garküchen, Märkte und einfache Lokale sind in vielen Ländern günstiger als Supermarkt und Touristenrestaurant.
Gebühren vermeidenMit einer gebührenfreien Karte und Zahlung in Landeswährung spart ihr bei jeder Abhebung und Zahlung.
Meilen und Punkte sammelnWer gezielt sammelt, fliegt Langstrecken deutlich günstiger – wie wir das machen, lest ihr in Business Class günstig fliegen.

Zum Abschluss

Es gibt dabei wirklich zwei Dinge, die ihr einhalten müsst:

  1. Zuerst euch selbst bezahlenLegt euch gleich am Anfang des Monats das Geld beiseite, nicht erst am Ende!
  2. Ausgaben nicht mitwachsen lassenWenn ihr zusätzliches Einkommen generiert (Lohnerhöhung oder Selbstständigkeit) dann erhöht nicht gleichzeitig eure Ausgaben durch z.B. teures Auto oder größere Wohnung! Ihr braucht es nicht und glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung.

Geld auf dem Konto liegen lassen oder anlegen?

Ihr könnt euch natürlich auch überlegen euer Geld anzulegen. Allerdings ist das immer schwierig, wenn man nur einen kurzfristigen Anlagehorizont hat. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten wie zum Beispiel Aktien, Anleihen, Edelmetalle oder Kryptowährung.

Die Reise startet innerhalb der nächsten 12 Monate
Eher nicht anlegen. Das Risiko ist hoch, dass ihr vielleicht sogar im Negativen aussteigt.
Die Weltreise startet erst in 5 Jahren
Anlegen kann Sinn machen. Bei einem langfristigen Horizont macht es durchaus Sinn, das Ersparte anzulegen.

Hinweis:

Das ist keine Finanz- oder Anlageberatung, sondern unsere persönliche Sicht. Geld, das ihr für die Reise in den nächsten ein, zwei Jahren braucht, liegt auf einem Tages- oder Festgeldkonto sicherer als in schwankenden Anlagen. Guthaben bei Banken in der EU sind bis 100.000 € pro Person und Bank gesetzlich abgesichert. Für Anlageentscheidungen wendet euch an eine unabhängige Beratung.

Fragen & Antworten zum Weltreise finanzieren

Wie viel Geld braucht man für eine Weltreise?

Das hängt stark von Route, Dauer und Reisestil ab. Wir haben 2018 für 7–8 Monate rund 16.000 € pro Person eingeplant, heute solltet ihr mit mehr rechnen. Mit unserem Reisekosten-Rechner könnt ihr euer eigenes Budget ausrechnen.

Wie lange muss man für eine Weltreise sparen?

Das hängt von eurer Sparrate ab. Mit 570 € im Monat kommt ihr in einem Jahr auf 6.840 €, das reicht für einige Monate in Südostasien. Für eine längere Reise mit teureren Ländern solltet ihr zwei bis drei Jahre einplanen.

Kann man eine Weltreise ohne Ersparnisse machen?

Möglich ist es mit Work and Travel, Remote Work oder Freiwilligenarbeit gegen Kost und Logis. Ganz ohne Rücklage würden wir aber nicht starten: Ein Puffer für Notfälle und den Rückflug sollte immer da sein.

Gibt es in Österreich noch die Bildungskarenz?

Nein. Für Bildungskarenzen ab 1. April 2025 gibt es kein Weiterbildungsgeld mehr. Seit 8. Juni 2026 gibt es die Weiterbildungszeit mit strengeren Regeln, unter anderem mindestens 20 Wochenstunden arbeitsmarktrelevanter Weiterbildung. Für eine reine Reise eignet sie sich nicht.

Darf ich meine Wohnung während der Weltreise untervermieten?

In Deutschland braucht ihr die Erlaubnis des Vermieters, bei einem längeren Auslandsaufenthalt kann ein berechtigtes Interesse bestehen, wenn ihr einen Teil der Wohnung behaltet. In Österreich entscheidet der Mietvertrag, eine gänzliche Weitergabe kann ein Kündigungsgrund sein.

Kann ich auf Weltreise arbeiten und Geld verdienen?

Ja, als Freelancer oder mit Zustimmung eures Arbeitgebers. Achtet auf das passende Visum, denn mit einem Touristenstatus ist Arbeiten oft nicht erlaubt, und klärt Steuern und Sozialversicherung vorab.

Sollte ich mein Reisebudget anlegen?

Wenn die Reise innerhalb der nächsten 12 Monate startet, ist das Risiko von Kursverlusten hoch. Bei einem Anlagehorizont von mehreren Jahren kann eine Anlage sinnvoll sein – lasst euch dazu unabhängig beraten.

Bis zu welchem Alter bekommt man ein Working-Holiday-Visum?

Meist bis 30, je nach Land und Staatsangehörigkeit auch bis 35 Jahre. Deutsche können sich für Australien seit 1. Juli 2026 bis einschließlich 35 Jahren bewerben. Für Österreicher nimmt Australien seit Juli 2026 vorerst keine Anträge mehr an.

Kann man eine Weltreise mit einem Kredit finanzieren?

Möglich ist es, wir raten aber davon ab: Die Raten laufen weiter, auch wenn nach der Rückkehr noch kein Einkommen da ist, und die Zinsen machen die Reise teurer. Länger sparen ist fast immer die günstigere Lösung.

Wie kann man auf Weltreise kostenlos übernachten?

Über Freiwilligenarbeit gegen Kost und Logis, etwa auf Workaway, Worldpackers oder WWOOF, oder über Haushüten mit Plattformen wie TrustedHousesitters. Für beide zahlt ihr meist eine Jahresgebühr, und in manchen Ländern braucht ihr auch für unbezahlte Mitarbeit ein passendes Visum.

Fazit: Eine Weltreise ist für viele finanzierbar

Eine Weltreise ist kein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Mit einem klaren Sparziel, einer festen Sparrate am Monatsanfang und ein paar bewussten Entscheidungen bei den Ausgaben kommt ihr schneller ans Ziel, als ihr denkt. Und wer unterwegs mit Work & Travel, Freiwilligenarbeit oder Haushüten Kosten spart, kommt mit dem Ersparten deutlich länger aus. Und wenn ihr noch überlegt, wohin es gehen soll, schaut euch unsere Weltreise Route und unsere Weltreise Packliste an.

Solltet ihr dazu mehr Informationen benötigen, dann schreibt uns einfach eine Mail an info@making-miles.com

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Sabrina, Max & Finn

Seit 2017 schreiben wir hier über unsere Reisen – heute zu dritt, mit echten Kosten und ehrlichen Eindrücken.

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